Erneuerbare-Energie-Windkraft-und-Solaranlagen

Mehr Planungssicherheit durch Direktstrom

Selbstbestimmte Direktstromverträge für erneuerbare Energie aus regionaler Erzeugung sind eine Chance für Unternehmen aus dem Oldenburger Land. Zwar ist Niedersachsen das Land der erneuerbaren Energien, und auch die Wege vom regionalen Erzeuger zum Kunden im Oldenburger Land sind kurz – zumindest auf dem Papier. Praktisch können Bezugsmodelle für Direktstrom wie die „Power Purchase Agreements“ helfen, kurz PPA. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) mit einigen Tipps:

Verschiedene Varianten

PPA steht für eine direkte bilaterale oder multilaterale Abnahmevereinbarung einer bestimmten Strommenge zum festgesetzten Preis über eine bestimmte Zeit. Die Idee: Anlagenbetreiber verkaufen den Strom entweder direkt oder über einen Dienstleister an einen Abnehmer, zum Beispiel ein Unternehmen. Wenn ein Unternehmen einen direkten Abnahmevertrag aushandelt, spricht man von sogenannten Corporate PPAs. Wird hingegen ein Direktvermarkter oder Energieversorger zwischengeschaltet, handelt es sich um ein Utility PPA. PPAs ermöglichen über den direkten Liefervertrag zusätzliche privat- und marktwirtschaftliche Investitionen in erneuerbare Energie und beschleunigen somit den zusätzlichen Ausbau von EE-Anlagen. Für Unternehmen können PPAs eine Vielzahl an Vorteilen bieten.

Mehr Unabhängigkeit

Unternehmen profitieren von gesteigerter Preis- und Planungssicherheit durch die Unabhängigkeit von Börsenstrompreisen, die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen oder positive Marketingeffekte. Aus Sicht der Energiewirtschaft bieten PPAs ein neues Marktsegment für Neuanlagen. Und die Möglichkeit, den Weiterbetrieb von ausgeförderten Altanlagen sicher zu stellen.

Ergänzung zur Eigenerzeugung

In der Stromversorgung kommen PPAs vor allem zum Einsatz, wenn Möglichkeiten zur Eigenerzeugung vor Ort (etwa Photovoltaik) erschöpft sind. Oder diese durch weitere Energieträger wie Windenergie ergänzt werden sollen. Im Rahmen eines Liefervertrages werden Konditionen wie die Laufzeit, der Preis, das Modell und zur Abwicklung von Herkunftsnachweisen die grüne Eigenschaft des Stromes festgelegt.

Verschiedene Varianten

Ein Vorteil anlagenbezogener PPAs ist, dass Beschaffung über die klassischen Zeithorizonte (2 bis 3 Jahre) hinaus möglich ist. Erneuerbare PPAs können deutlich länger (oft 10 bis 20 Jahre) abgeschlossen werden und so Risiken verteilen. Wichtig ist jedoch, dass Erneuerbare oft nur Teil eines ganzheitlichen Lieferkonzeptes sind und zum Beispiel Flexibilität im eigenen Verbrauch oder zusätzliche, passende Restmengen beschafft werden müssen.

Mindestvolumen ratsam

PPAs sind flexibel dimensionierbar, meist bieten sich aber ab einem Volumen von etwa 10 GWh Strombezug Vorteile. Obwohl der Nordwesten mit viel Windenergie besonders geeignet für die Erzeugung erneuerbarer Energien ist, spielt die räumliche Nähe zwischen Erzeugung und Abnahme im aktuellen energiewirtschaftlichen Design keine Rolle und bietet deswegen keine preislichen Vorteile. Windstrom aus dem Norden kann genauso per PPA im Süden wie um die Ecke verwendet werden.

Vorabanalyse nötig

Vorteilhaft kann ein PPA mit direkter Kabelverbindung zum Abnehmer ohne Nutzung des Netzes („direct-wire“ oder „onsite“ PPA) sein. Diese Modelle scheitern aber in der Praxis oft an den komplexen technischen Anschlussbedingungen. Empfehlenswert ist in jedem Fall zuerst eine Analyse des eigenen Strombezugs, dann mit kurzen PPAs erste Erfahrungen im Umgang zu sammeln und sich so bausteinartig der selbstbestimmten Versorgung anzunähern.