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04 | 2024
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Frauen gründen anders

Es gibt viele Unterschiede zwischen Männern und Frauen – tatsächlich auch beim Gründen. Zu dem Schluss ist jedenfalls der aktuelle Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderbericht Deutschland 2023/24 gekommen, den das RKW Kompetenzzentrum in Kooperation mit dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover jährlich erstellt.

Die Welt verbessern

Schaut man sich die Motive einer Gründung an, so könnten sie gegensätzlicher kaum sein. Während Männer in erster Linie die ökonomische Ziele und damit mehr Wohlstand und ein sehr hohes Einkommen im Blick haben (63,2 Prozent), wollen Frauen mit ihrer Idee „die Welt verändern“ (49,4 Prozent). Hier sind Männer auch mit 51,6 Prozent angesiedelt – aber es hat für sie halt nicht die höchste Priorität, sondern steht erst an zweiter Stelle. Für Frauen wiederum steht das Finanzielle mit 44,2 Prozent an zweiter Stelle. Gründen, um den Lebensunterhalt zu verdienen, weil Arbeitsplätze rar sind, nimmt für Männer ebenfalls einen hohen Stellenwert ein: 51,5 Prozent, während es bei Frauen 38,7 sind. Und das Motiv „um eine Familientradition fortzuführen“ spielt bei Frauen mit 18,2 Prozent kaum noch eine Rolle, während es bei Männern doch immerhin 39,2 Prozent betrifft.

Wie machen es die anderen?

Die Gründungsquote der Männer ist in allen im Rahmen des GEM untersuchten Ländern mit hohem Einkommen höher als jene der Frauen. Auffällig ist insbesondere der große Gendergap in Ländern wie Kanada (9 Prozentpunkte Unterschied) oder Südkorea (5 Prozentpunkte Unterschied). Dagegen sind in Polen oder in Spanien die Gründungsquoten von Frauen und Männern beinahe ausgeglichen. Gleichzeitig weisen diese beiden Länder aber die niedrigsten Gründungsquoten unter allen GEM-Ländern mit hohem Einkommen auf. In Deutschland verringerte sich der Gendergap allerdings durch den allgemeinen Rückgang der Gründungsquoten beider Geschlechter ein wenig (3,4 Prozentpunkte), nachdem der Gendergap im Gründungsquoten-Rekordjahr 2022 mit 3,9 Prozentpunkten ebenso einen Rekordwert erreichte. 

Die gesamte Studie gibt es hier zum Download