i2b express
03 | 2025
11/23
© WFB/Jann Raveling

Tourismus

Für noch bessere Erlebnisse

Chat-Bots & Co. sollen die Planung und den Aufenthalt für Bremer Gäste noch angenehmer machen – mit individuell zugeschnittenen Angeboten.

Mit seinen historischen Ecken, den grünen Parkanlagen und einem hohen Erlebnisfaktor ist Bremen seit jeher ein Touristenmagnet. „2024 hatten wir mehr Gäste als je zuvor, konnten sogar den Rekord vor Corona toppen“, sagt Oliver Rau, Geschäftsführer der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und seit 2021 für die Bereiche Marketing, Tourismus, Online verantwortlich. Verstärkt setzt man in der Tourismussparte auch auf digitale Angebote und den Einsatz von KI. „Im Juni ist daher für die WFB eine KI-Richtlinie in Kraft getreten, die natürlich den Datenschutz beinhaltet aber vor allem eine große Liste freigegebener Systeme und Tools. Auch sehr wichtig: interne Schulungen, um KI-Tools effektiv zu nutzen.“

Gästeführungen auf Spanisch

Doch wo genau kann KI zum Einsatz kommen? Mit Chatbots, Echtzeit-Übersetzungen und personalisierten Reiseempfehlungen bieten sich attraktive Chancen, den Tourismus zu fördern. „Wir haben Restart-Mittel nach Corona im signifikanten Umfang investiert, um neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen“, so Oliver Rau. Da wären zum Beispiel die Echtzeitübersetzungen, die derzeit getestet werden. „Das ist ein spannendes Thema, insbesondere für Gästeführungen. Nimmt beispielsweise jemand aus Spanien daran teil, wird das Gesagte simultan übersetzt – ein ganz großer Mehrwert.“ In Kürze präsentiert wird außerdem ein Chatbot für das Bremen-Portal www.bremen.de, der die Reiseplanung perfekt unterstützt und langes Suchen nach einem passenden Hotel überflüssig macht. „Viele Fragen sind identisch, und Chatbots sind sehr lernfähig. Für Reisende ergeben sich so recht schnell die Antworten: Wo ist was offen, wie kann ich das Hotel buchen – es ist eine enorme Zeitersparnis. Dafür arbeiten wir eng mit den Hotels und kleinen Pensionen zusammen.“ Entwickelt wurde der Chatbot, der intern bereits aktiv ist, von der Bremer Firma Xtense. Oder aber der digitale Gästeassistent: „Wir wollen die touristische Beratung durch interaktive Stelen ausweiten. Gerade suchen wir Standorte, an denen man sich den eigenen Bedürfnissen entsprechend informieren kann. Auch wird die aktuelle touristische Werbe-Kampagne ‚Mehr als Märchen‘ mit KI erweitert und so noch attraktiver.“ Bereits zum Einsatz kommt die Kundenzufriedenheitsmessung in der Tourist-Info in der Böttcherstraße: „Das Feedback werten wir inzwischen mithilfe von KI-Analysen aus“, sagt der Tourismus-Experte. So werden Kundenangaben per Freitext beispielsweise durch die KI ausgewertet und systematisiert.


„Die KI hilft, einen Besuch einfacher zu planen und individueller vorzubereiten, wird aber nie den Bremen-Besuch ersetzen.“

Oliver Rau


 Mit dem Buddy unterwegs

Was, wenn man für einen Abstecher nach Bremen nur zwei Stunden Zeit hat? Welche Ziele lohnen sich für diese Stippvisite? Wie kann ich in kürzester Zeit am meisten erleben? Seit zwei Monaten gibt es dafür den CityBuddy – mit spannenden Veranstaltungstipps und einer Vielzahl von Hinweisen auf dem Smartphone oder am PC. Bereits im und um den Hauptbahnhof macht der CityBuddy, in diesem Fall ein drolliger Otter mit dem Bremer Wappen in den Pfoten, auf interessante Details und Mini-Aktivitäten aufmerksam, an denen man normalerweise vermutlich achtlos vorübergehen würde. Es gibt also richtig viel zu entdecken. „Die Suche lässt sich erweitern, beispielsweise wenn man mit der Familie unterwegs ist oder spezielle kulturelle Highlights sehen möchte. Sei es eine Führung durch die Böttcherstraße oder durch eine aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle – je nachdem, was gerade in der Stadt los ist, wird es auf Sie zugeschnitten“, berichtet Oliver Rau. „Und man kann sich damit auch viele Anregungen holen, wenn man selbst in Bremen wohnt.“

Ideal für Social Media

Auf vielen Wegen können die Highlights der Stadt mittels KI noch schneller verbreitet werden. „Es ist ideal zur Contenterstellung für Newsletter, Instagram-Posts, zur Erstellung von Bildern mit Midjourney, personalisierte Einladungsschreiben und vieles mehr“, so Oliver Rau. „Events wie der Besuch toller Veranstaltungen in der Kunsthalle, der Breminale, Festivals auf der Bürgerweide, ein Live-Konzert wie das von Iron Maiden können noch zielgerichteter und besser kommuniziert und beworben werden. Denn viele Menschen kommen anlassbezogen in unsere Stadt. Die KI hilft, einen Besuch einfacher zu planen und individueller vorzubereiten, wird aber nie den Besuch ersetzen.“


Von Melanie Jülisch