i2b express
01 | 2025
15/21
© Matej-Meza-Uni-Bremen/DIGITAL-HUB-INDUSTRY-Bremen-Thomas-Frank

future concepts bremen:

Studierende treffen Praxispartner

Durch die Projekte an der Uni Bremen werden die KMU sichtbarer und interessant für die zukünftigen Uni-Absolventinnen und -Absolventen.

Wie lässt sich der Bekanntheitsgrad unserer Firma erhöhen? Wie beeinflussen hybride und digitale Arbeitsmodelle die Zusammenarbeit von Mitarbeitenden? Wie sollten Softwareoberflächen gestaltet sein, um den Mehrwert der Nutzerinnen und Nutzer zu erhöhen? Es gibt viele Fragen, deren Antworten sich manchmal hervorragend im Team finden lassen. So wie an der Uni Bremen. 

In dem einsemestrigen Modul future concepts bremen setzen sich Studierende gemeinsam mit Praxispartnern aus der Wirtschaft zusammen, um Antworten zu finden. Geschäftsmodellentwicklung, Marktanalysen, UX/UI-Design – die Bandbreite der Themen ist enorm. Und alle profitieren: Die Unternehmen erhalten Ideen und Lösungsvorschläge, die Studierenden Einblicke in den unternehmerischen Alltag.

Auf Talentsuche?

Für die Unternehmen aus Bremen und der Umgebung bieten sich jedoch nicht nur fundierte Antworten auf ihre Fragen – es birgt auch zusätzliches Potenzial an Fachkräften von morgen in sich. „Es ist für beide Seiten eine gute Gelegenheit, sich kennenzulernen. Studierende kennen oft nur die großen Player, nicht aber die vielen Betriebe des Mittelstands und die Start-ups, die auch auf der Suche nach Talenten oder Werkstudierenden sind. Durch die Projekte werden die KMU sichtbarer und interessant für die zukünftigen Uni-Absolventinnen und -Absolventen. Es sind also tolle Perspektiven, die Praxisunternehmen sind immer wieder begeistert“, so Dozent Leon Marquardt.

Große Motivation

Unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Freiling betreut Leon Marquardt das Projekt, das sich seit der Initiierung 2016 großer Beliebtheit erfreut. „Und zwar nicht nur bei den Studierenden aus den Wirtschaftsstudiengängen, sondern auch aus der Informatik und den Ingenieurswissenschaften, aber auch aus der Soziologie, Psychologie und den Gesundheitswissenschaften. Je höher die Interdisziplinarität, desto größer der Ideen-Pool“, sagt Leon Marquardt und freut sich sehr über das großartige Engagement.

Die Idee für future concepts bremen entstand vor zehn Jahren in einem Gespräch zur Stärkung des Mittelstands. Mit dabei: Prof. Dr. Jörg Freiling, die Wirtschaftsförderung Bremen und die senatorische Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Europa. „Vorbild war ein finnisches Modell, das den Bremischen Rahmenbedingungen angepasst wurde.“ Bis heute wird future concepts bremen durch die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation gefördert und vom Lehrstuhl für Mittelstand Existenzgründung und Entrepreneurship (LEMEX) an der Universität Bremen angeboten.

Coaching, Design Thinking und Scrum

Einmal wöchentlich treffen sich Studierende und Praxispartner. „In einem zweiwöchentlichen Coaching erhalten die Studierenden das inhaltliche und methodische Handwerkszeug, außerdem können sie über eventuelle Team-interne Organisationsprobleme sprechen“, so Leon Marquardt. Die Studierenden, zumeist im fünften oder sechsten Semester, haben die Grundlagenveranstaltungen absolviert, kennen sich mit Gründungsmanagement und Strategiebildung aus. Mit zwölf Credit Points ist das Projektmodul fast so hoch gewichtet wie die Bachelorarbeit. 

Dies bedeutet, dass die Studierenden pro Person etwa 360 Stunden an den Projekten arbeiten. Gemeistert werden die jeweiligen Herausforderungen unter Anwendung agiler Ansätze wie dem Design Thinking und Scrum. Trotz des hohen Arbeitsaufwands sind die Studierenden sehr zufrieden – auch weil sie das Erlernte in der Praxis anwenden und in Unternehmen mit ihren Strukturen und Prozessen hineinschnuppern können. Vertreten sind die unterschiedlichsten Themen und Branchen, beispielsweise wurden für die Sparkasse Bremen New Work-Konzepte erstellt, für die OHB Digital Connect Softwareprototypen validiert oder für das Startup fleXality Kommunikationsstrategien entwickelt. 

Wer als Praxispartner dabei sein möchte, der kann sich direkt per Mail an Leon Marquardt wenden.

Das Angebot ist für die Unternehmen kostenlos. Die Themenbreite umfasst alle Branchen mit ihren ganz unterschiedlichen Themenfeldern.

Mehr Infos unter:

UNI-BREMEN-FUTURE-CONCEPTS-BREMEN

UNI-BREMEN-LEMEX

DIGITAL-HUB-INDUSTRY


Von Melanie Jülisch