i2b express
01 | 2025
14/21
© Torsten-von-Reeken

IQON: 

Dieses Quartier lädt alle ein

Das Innovationsquartier Oldenburg (IQON) soll schon bald Wissenschaft und Unternehmen zusammenbringen. Geschäftsführer Torsten Schröder hat viele Ideen für einen Turbo-Transfer.Jede Menge Historie und wirtschaftliche Größe: Dafür steht die „Alte Fleiwa“ in Oldenburg seit über hundert Jahren. Wo einst eine der modernsten Fleischwarenfabriken Deutschlands ansässig war, prägt seit Mitte der 90er die IT-Branche das Areal. Ein weiterer Anziehungspunkt für innovative Firmen wird diesen zukunftsorientierten Charakter schon bald unterstreichen: das Innovationsquartier Oldenburg (IQON), das Wissenschaft und Unternehmen zusammenbringen soll.

Interessant für Mittelständler

Die Gesellschafter der 2022 gegründeten IQON GmbH sind die Carl von Ossietzky Universität, das OFFIS (ein An-Institut für Informatik der Uni, das auf der Alten Fleiwa seit Jahrzehnten seinen Sitz hat), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Neubauten, Umbauten, Infrastruktur – einiges im von Land und Bund mit 63 Millionen Euro unterstützten Vorhaben ist bereits realisiert beziehungsweise in Planung. „Die Umsetzung für die Neubauten wird vermutlich Ende 2025 beginnen. Dennoch starten schon jetzt erste Projekte. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind angesprochen, vorrangig aus der Logistik, der Produktion und dem Energiesektor“, sagt Torsten Schröder, einer der beiden Geschäftsführer. Seit August 2024 ist er im Amt, sein Kollege Jürgen Niehaus ist von Anfang dabei und in erster Linie für das Bauliche zuständig. „Wenn alles fertiggestellt ist, werden im gesamten Quartier Alte Fleiwa über 2000 Menschen im IT-Bereich arbeiten, studieren, zusammenkommen“, so Schröder. Auch soll das Innovationsquartier Uni-Absolventen und Informatik-Fachkräfte durch den Kontakt zu regionalen Firmen binden. Und Fachleute von außerhalb anziehen.

Compartments für die Co-Innovation

„Früher haben die Unternehmen alles mit sich selbst klargemacht. Inzwischen öffnen sie sich immer mehr. Umso wichtiger ist es, diese Ressourcenverteilung auch räumlich zusammenzubringen.“ Geplant sind daher 200 bis 300 Quadratmeter große, komplett autarke Compartments, die den Kooperationspartnern für ihre Projekte zur Verfügung stehen. Werkstätten, Forschungslabore, Büros – alles soll hier seinen Platz finden, um möglichst effizient zu arbeiten. Testcompartments werden ersten Projekten und wechselseitigen Impulsen schon jetzt einen Raum bieten. Für Torsten Schröder ist Co-Innovation mit Spitzenkräften aus Wissenschaft und technologie- und innovationsorientierten Firmen die Wirtschaft von morgen. „In Deutschland dauert es einfach zu lange, daher brauchen wir unbedingt einen Turbo-Transfer: Wir müssen Prozesse so gestalten, dass schon nach drei bis sechs Monaten ein Prototyp vorliegt – der dann auch potenziellen Investoren präsentiert werden kann.“ Unterstützt werden sollen diese Prozesse durch einen so genannten One Stop Shop: „Es braucht einen Dispatcher, der die Unternehmen zu den Einrichtungen hinführt, die am besten zu ihren Anliegen und Ideen passen.“

Erlebnisse und Gastronomie

Was gibt es Neues? Das interessiert sicher viele Menschen. Daher soll das IQON ein Ort für alle sein. Torsten Schröders Vision: „Offen gestaltete Labore, die wie Schaufenster Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in aktuelle Projekte ermöglichen und damit die Wissenschaft transparent und erlebbar machen.“ Überhaupt soll die Alte Fleiwa noch stärker belebt werden. Zwar finden hier schon jetzt Events statt, doch möglich wäre für Torsten Schröder noch viel mehr, so dass sich das Gelände mit dem markanten Wasserturm beispielsweise auch als Ziel für den Familienausflug am Wochenende anbieten würde. „Für eine hohe Aufenthaltsqualität braucht es auch Gastronomie. Sei es für den Kaffee am Nachmittag oder ein Feierabendbier. Hierzu gibt es bereits erste Ideen.“

www.iqon-oldenburg.de


Von Melanie Jülisch